ACHEMA: Sichere Digitalisierung treibt die Prozessindustrie um

Ob autonome Anlagensteuerung oder Hackerabwehr: Die Digitalisierung konfrontiert die Prozessindustrie mit völlig neuen Fragen. Und die Unternehmen suchen händeringend nach Antworten. Auf der ACHEMA 2018 gehörten digitale Trends und Lösungen daher zu den größten Besuchermagneten.

Die weltweit wichtigste Fachmesse der Prozessindustrie zog in diesem Jahr knapp 170.000 Besucher und 3.800 Aussteller nach Frankfurt am Main. Zwar standen auf der ACHEMA eine ganze Reihe thematischer Schwerpunkte auf der Agenda – von der Biotechnologie bis zur Pharmalogistik –, doch nahezu überall zog sich die digitale Transformation der Branche wie ein roter Faden von Innovation zu Innovation.

Einer der begehrten Innovation Awards ging beispielsweise an eine Dosierpumpe von Seepex, die ihre eigene intelligente Steuerung gleich mit an Bord hat. Aber auch fahrerlose intralogistische Transportsysteme, vernetzte Laboreinrichtungen und modulare Lösungen für die Produktion zogen investitionsbereite Entscheider der Industrie an die Ausstellerstände.

Expertendialog soll Orientierung schaffen

Anspruch der ACHEMA ist es aber nicht nur, Komponenten für prozesstechnische Anlagen vorzustellen. Sie will vor allem auch zum Dialog anregen, zum interdisziplinären Austausch zwischen Industrie und Wissenschaft. Gut so: Vor dem Hintergrund der in vielen Bereichen noch immer schwer zu greifendenden Industrie 4.0 war der Redebedarf groß. Besondere Unsicherheit bereitet zahlreichen Fachbesuchern das Thema Cybersecurity, merkt etwa Stefan Basenach, Group Vice President Segment Process von HIMA: „Anlagenbetreiber der chemischen und petrochemischen Industrie brauchen Lösungen, die im Ernstfall nicht nur Anlagen und Mitarbeiter schützen, sondern auch Cyberattacken effektiv abwehren und langfristig die Profitabilität von Anlagen steigern.“ Oft fehle jedoch die Orientierung, wie sich das konkret erreichen ließe.

Safety und Security ganzheitlich denken

Auf der ACHEMA stellte HIMA daher erstmals die Smart Safety Platform vor. Die Idee dahinter ist es, die Themen Funktionale Sicherheit und IT-Security nicht mehr getrennt voneinander zu betrachten. Eine Kombination aufeinander abgestimmter Hardware und Software führt beide Aspekte zusammen.

Die Basis dafür bilden ein einheitliches Betriebssystem für alle Produktlinien, der sicherheitsgerichtete Kommunikationsstandard SafeEthernet sowie zertifizierte Anwendungen – beispielsweise für die sichere Automatisierung eines Steamcrackers. Für die ACHEMA-Besucher war zudem die Rückwärtskompatibilität der Plattform wichtig: Auch ältere Bestandssysteme lassen sich in ein Sicherheitskonzept integrieren, Modernisierungen werden nur an den wirklich notwendigen Stellen vorgenommen.

Die Nachfrage nach solchen ganzheitlich gedachten Lösungen war groß auf der ACHEMA. Kein Wunder: Die Branche ist sich der Rasanz der digitalen Transformation mehr als bewusst. Aber auch ihrer Brisanz. Denn im Zeitalter der totalen Vernetzung entscheiden durchgängige Sicherheitsarchitekturen mit über die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens.

Copyright Titelbild: Dechema e.V / Jean-Luc Valentin