Anlagensicherheit: So vermeiden Sie Wissenslücken

Bei Funktionaler Sicherheit up to date zu sein, ist für Anlagenbetreiber nicht einfach: Zunehmende Digitalisierung, neue Arbeitsweisen und sich ändernde Standards verkomplizieren den Prozess. Ein wichtiger Fokus liegt dabei darauf, dass wichtiges Know-how rund um Sicherheitsequipment und -software erhalten bleibt. Doch wie?

Die rasante technische Entwicklung, neue Unternehmensziele und regulatorische Vorgaben wirken sich auf viele Anlagenbereiche aus. Besonders wichtig ist dabei das Sicherheitskonzept – und doch wird es häufig unterschätzt. Bei der Planung einer neuen Anlage arbeiten die Verantwortlichen die sicherheitsrelevanten Prozesse präzise aus. Doch im Laufe ihres Lebenszyklus verändern sich die Anlagen, werden erweitert oder umgebaut. Sofern der Gesetzgeber oder eine zuständige Überwachungsstelle keine Anpassung des Sicherheits- und oder Securitykonzepts konkret vorschreibt, scheuen Betreiber oft die notwendigen Konsequenzen. Denn Modifikationen oder Aktualisierungen der Sicherheitseinrichtungen bedeuten, dass diese zumindest erneut von Überwachungsstellen (z.B. eigene Fachstelle, TÜV, etc.) geprüft werden müssen. Sind die Anpassungen jedoch wesentlich und führen zu Veränderungen des Risikos (z.B. zusätzliche Sicherheitsfunktionen), müssen diese sogar den Behörden zur Genehmigung vorgelegt werden.

Risiko Wissensmonopol

Die technischen Experten kennen die Spezifikationen und Eigenheiten ihrer Anlagen genau. Sie müssen in den meisten Fällen aber auch noch den aktuellen Zustand der Sicherheitseinrichtung kennen und sich um die anstehenden Modifikationen und die Pflege kümmern. Es sind viele Pflichten, die alle ein spezifisches Know-how erfordern. Gerade die zeitaufwändige und daher ungeliebte Dokumentation der Safety- und Security-Einrichtungen geht daher im stressigen Alltag oft unter. Verlässt dann auch nur einer dieser Experten den Betrieb, geht mit ihm unersetzliches Wissen verloren. Es lässt sich nur noch schwer und mit viel Aufwand nachvollziehen, wie hoch beispielsweise die Risiken für Stör- und Ausfälle eingestuft wurden und warum.

„Man kann nur beherrschen, was man kennt. Ohne ein kontinuierliches Lifecycle Management sind Risiken nicht bekannt und nicht bewertbar.“
Thomas Janzer,
Senior Manager Service Product Portfolio bei HIMA

Steht dann eine Modifikation an, kann es schwierig werden. Denn wenn weder Ursprungsbetrachtungen noch aktueller Zustand der Sicherheitseinrichtung bekannt sind, kann dies zu langwierigen Einfluss-Analysen oder Standzeiten führen.

Nie wieder Informationsverlust

Wie können Anlagenbetreiber nun sichergehen, dass essenzielles Know-how nicht verloren geht? Expertenschulungen sind eine gute Möglichkeit. Doch jede Sicherheitseinrichtung ist ein Unikat – schließlich ist sie an die jeweilige Anlage angepasst und Fachwissen kann nur bis zu einem gewissen Grad allgemein vermittelt werden. Eine langfristige Lösung erreichen Anlagenbetreiber nur, wenn sie ein konstantes Lifecycle Management mit einem umfassenden Functional Safety Management kombinieren. Das bedeutet: Betriebs- und Sicherheitseinrichtungen, benötigte Fachkompetenz und Vorgehensweisen werden aufeinander abgestimmt. Für die dauerhafte Gewährleistung der Funktionalen Sicherheit muss ein detaillierter Sicherheitsplan erstellt werden, der alle Abläufe und Prozesse definiert. Lifecycle-Management-Plattformen sorgen zudem dafür, dass alle sicherheitsrelevanten Daten digital verfügbar sind und weder Fristen verpasst werden noch Spezialwissen zur Anlage verloren geht. Extrem wichtig ist außerdem eine detaillierte und nachvollziehbare Dokumentation – vor allem, wenn externe Partner beteiligt sind.

In einer Hand

Doch besonders bei Safety- Anforderungen ist viel Erfahrung nötig, gerade weil sich Standards und Technologien immer wieder ändern. Eine gute Alternative zum ohnehin meist stark ausgelasteten internen Team sind Spezialisten, die sich auf genau diesen Bereich fokussieren: Sie kennen die unterschiedlichsten Applikationen, das Kundenumfeld und relevante Trends. Optimalerweise sind sie zudem zertifiziert. Werden sie schon bei der Planung der Sicherheitseinrichtung involviert, können sie aufeinander abgestimmte Konzepte, Technologien und Geräte verwenden – und diese optimal über den gesamten Lebenszyklus hinweg betreuen. Deswegen sollten Technik und Service in einer Hand liegen.

Die Aufgaben erstrecken sich dabei auf regelmäßige Sicherheitschecks, Wartungen und Modifikationen, Konzeptionierung und Engineering von Modernisierungen und Erweiterungen sowie ein konstantes Lifecycle-Management inklusive Monitoring. Im besten Fall erledigen die Experten allerdings nicht nur diese gestellten Aufgaben, sondern bieten zusätzlich eine individuelle, umfangreiche Beratung. Anlagenbetreiber entlasten also ihre Mitarbeiter und werden effizienter, die Risiken sinken und es gibt keine Wissenslücken mehr. Der Dienstleister kennt schließlich alle Systeme, Geräte und Technologien und weiß, wie sich diese verändern – er hat also den bestmöglichen Überblick über die Anlage.