Automatisierung wiederkehrender Prüfungen

Mit modernen Sicherheitssystemen und der "Digitalisierung" der Feldgeräteinformationen lassen sich Prüfabläufe jetzt weitgehend automatisieren. In der Praxis bedeutet dies erhebliche Erleichterungen und Einsparpotentiale.

Wiederkehrende Prüfungen bei Sicherheitseinrichtungen sind mit TÜV-Prüfungen beim Auto vergleichbar. Sie finden in anlagen- und geräteabhängigen Intervallen statt und sind für einen sicheren Betrieb unabdingbar. Dank moderner Sicherheitssysteme und der „Digitalisierung“ der Feldgeräteinformationen lassen sich Prüfabläufe jetzt weitgehend automatisieren. In der Praxis bedeutet dies erhebliche Erleichterungen und erschließt Einsparpotentiale.

Gemäß IEC61511 sind vor der Erst-Inbetriebnahme und nach Modifikationen einer Anlage Prüfungen vorgeschrieben. Dabei müssen die Funktionen und Komponenten verifiziert, die Dokumentation überprüft und auch Sichtprüfungen vorgenommen werden. Dies alles geschieht in einem definierten, wiederkehrenden Turnus und immer unter Termindruck, um ertragsmindernde Produktionsstillstände so kurz wie möglich zu gestalten. Das Aufgabenfeld der wiederkehrenden Prüfungen ist zudem breit gefächert: Sind die richtigen Geräte mit den passenden Hard- und Software-Versionen verbaut? Sind Feldgeräteparametrierung und Sicherheitsapplikation unverändert? Funktionieren alle Komponenten zuverlässig? Sind Messstellenbezeichnungen angebracht und lesbar? Gibt es Anzeichen für Verschleiß oder undichte Stellen? Ist Austausch, Kalibrierung oder eine Überholung von Feldgeräten erforderlich?

Optimieren der Prüfprozeduren
Ein wesentlicher Teil der Prüfungen lässt sich automatisieren und deren Ablauf mit nicht vermeidbaren manuellen Tätigkeiten digital synchronisieren zwecks Koordination der Teams in Kontrollraum und Feld. Vorgeschriebene Prüfungen von Feldgeräten können über Prüfabläufe, welche in SILworX (der Engineering- und Programmier-Software aller HIMA-Sicherheitssteuerungen) hinterlegt sind, voll- oder teilautomatisiert zu im Voraus definierten Zeitintervallen durchgeführt und deren Ergebnisse in TÜV-belastbaren Dokumenten festgehalten werden. Teilprüfungen sind – je nach Anlagenzustand – auch im laufenden Betrieb möglich.

„Ein solches Vorgehen vereinfacht nicht nur den Ablauf wiederkehrender Prüfungen. Anhand der Diagnosedaten und „Selbsttests“ von HART-fähigen Sensoren und Aktoren lassen sich Prüfintervalle verlängern und auch vorbeugende Wartungsmaßnahmen realisieren.“
Thomas Janzer,
Senior Manager Service Product Portfolio bei HIMA

Welche wiederkehrenden Prüfungen lassen sich automatisieren?
Die Bandbreite der Testaufgaben, welche automatisierbar sind, ist bei HART-fähigen Feldgeräten besonders groß – in diesem Fall nämlich auch deren Identifizierung, Überwachung der Konfiguration und Auswertung der Diagnosedaten. Für Vergleichsmessungen, Laufzeitmessungen oder Dichtigkeitsprüfungen lassen sich beispielsweise Werte vorgeben, Aktoren ansteuern und deren Rückmeldungen somit kontrollieren. Auch die integrierte Gerätediagnose von HART-fähigen Feldgeräten kann automatisch angestoßen und ausgewertet werden. So werden zusätzlich aussagekräftige Diagnose-, Verifikations- und Monitoringdaten ausgewertet, welche Auskunft über den Zustand der eingesetzten Feldgeräte liefern.