COTS-Faktencheck: Über Wahrnehmung und Wahrheit im Bahnmarkt

COTS ist im Markt für Bahnsicherheit inzwischen voll etabliert. Vor wenigen Jahren sah das noch ganz anders, erinnert sich Richard Ogilvie, Director von Rail Control Systems Australia (RCS). Sein Unternehmen gilt heute als Vorreiter auf dem Gebiet der COTS-Sicherheitslösungen – auch, weil es mit vielen Vorurteilen aufgeräumt hat.

Dem Ingenieursunternehmen RCS Australia ging es stets um eines: Bahnunternehmen in puncto Sicherheit so unabhängig und ehrlich zu beraten, wie nur möglich. Als vor Jahren erstmal über Commercial-off-the-Shelf-Steuerungen für die Bahnindustrie diskutiert wurde, war RCS daher sofort dabei. Das Unternehmen erkannte schnell, dass die offenen, flexiblen Systeme die Zukunft der Bahnsicherheit sein würden. Der Markt selbst stand den Standardprodukten zu der Zeit jedoch eher skeptisch gegenüber. Warum?

„Es ist noch gar nicht so lange her, da hat mir ein Bahnexperte gesagt: „Sie werden in Australien niemals COTS-Lösungen haben.“ Heute betreiben wir sieben Installationen auf dem gesamten Kontinent.“
Richard Ogilvie,
Director, Rail Control Systems Australia

In unzähligen Gesprächen mit Endkunden, Bahnentscheidern und anderen Ingenieursfirmen hat das Team von RCS Australien die Antworten ergründet. Und dank eigener Erfahrungen konnten die Bahnexperten in der Folgezeit ermitteln, dass die meisten Vorurteile reine Mythen sind.

So hat der Markt COTS bislang wahrgenommen

Die zentralen Vorteile von COTS wurden bereits früh vom Markt verstanden. Standardsysteme machen Integratoren und Endkunden unabhängig von den großen, vermeintlich übermächtigen Anbietern der Industrie – und können damit auch zur finanziellen Sicherheit beitragen. Die Flexibilität der Steuerungen, die sich für praktisch beliebige Bahnanwendungen nutzen ließ, wurde ebenfalls früh erkannt.

Die gefühlten Schwierigkeiten fußen hingegen zu einem Großteil auf einer falschen Wahrnehmung. Das zeigt ein Blick auf die gelebte Praxis:

Laut RCSA sieht die Realität von COTS so aus.

Wie sich herausstellt, sind einige Sorgen der Bahnbetreiber nicht nur übertrieben – sondern schlichtweg unzutreffend. So befürchteten Unternehmen früher noch, dass COTS-Systeme nach kürzerer Zeit obsolet werden als proprietäre Steuerungen. Das Gegenteil ist der Fall.

Erfahrungswerte wie die von RCS haben in den letzten Monaten und Jahren mit dazu beigetragen, dass sich das COTS-Konzept im Bahnmarkt durchsetzen konnte. Inzwischen wird den Entscheidern am Markt auch zunehmend bewusst, dass eine Standardsteuerung problemlos die hohen Anforderungen von SIL 4 nach CENELEC erfüllen kann.

Die Bereitschaft umzusteigen: Sie ist jetzt größer denn je.