Die fünf Sicherheitsrisiken für den Zugverkehr von morgen

Der Schienenverkehr der Zukunft soll dynamischer, effizienter und umweltfreundlicher sein – dank der digitalen Vernetzung. Doch damit steigen auch die Gefahren.

Automatisierte Züge, Strom aus regenerativen Quellen, Echtzeitanalysen des Verkehrs. So stellen sich Entscheider die Zukunft der Bahnindustrie vor. Welche Risiken ergeben sich daraus? Wir haben die fünf wichtigsten zusammengestellt:

1. Funktionale Sicherheit

Je komplexer die Systeme, desto höher die potenzielle Fehlerrate. Das erfordert neue Ansätze: Offene Sicherheitssteuerungen, sogenannte Commercial-off-the-Shelf(COTS)-Lösungen, halten neueste Standards und Normen ab Werk ein. Außerdem können Betreiber diese weltweit problemlos einsetzen. Ersatzteile sind schnell verfügbar und einfach installiert, das senkt die Kosten.

2. IT-Security

Ohne Vernetzung geht im Zug der Zukunft nichts mehr. WLAN gibt es bald in allen Zügen. Schienenfahrzeuge fahren irgendwann vollautomatisch. Das aber eröffnet neue Angriffspunkte – etwa für Hacker oder Terroristen. Die beste Technik nutze nichts, wenn organisatorisch und infrastrukturell die IT-Sicherheit fehle, warnt Patric Birr, RAMS Engineer bei der ICS AG. Ohne eine Software, die alle Geräte schützt, ist das Sicherheitssystem zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Das beweisen Cyberangriffe von WannaCry und Co.

3. Systemintegration

Sicherheitsgerichtete Geräte sorgen dafür, dass Züge, Leitstellen und Geräte entlang der Schiene miteinander kommunizieren können. Neue Systeme müssen im Fall des Falles schnell und einfach integriert werden können. Nur dann funktioniert der Zugverkehr reibungslos. Durch regelmäßige Wartungen und ein kontinuierliches Lebenszyklusmanagement lassen sich Ausfallzeiten minimieren.

4. Softwareentwicklung

Echtzeitanalysen sind auch für den Bahnmarkt hochinteressant. Anomalien bei Fahrzeugen und der Infrastruktur können mit Real-Time-Analysetools schnell erkannt und behoben werden. Wird ein definierter Grenzwert überschritten, erhalten Servicetechniker eine Warnmeldung per E-Mail oder direkt auf den Bildschirm. Anzeigen informieren im Minutentakt über Verfügbarkeit, Leistung und Qualität.

5. Sensortechnik

Bahnübergänge bergen zahlreiche Risiken für Verkehrsteilnehmer, die den Weg kreuzen. Wenn Schranken und Signale nicht einwandfrei funktionieren, kann das verheerende Folgen haben. Davor schützen COTS-Systeme: Die offenen Sicherheitssteuerungen können am Bahnübergang selbst und überall dort, wo sich Sensoren oder Zugsignale befinden, eingesetzt werden. Sensoren erfassen Züge und sind eine direkte Schnittstelle zum Stellwerk. So kann das Sicherheitssystem jederzeit sofort richtig reagieren.

Die Bahn der Zukunft ist intelligent. Der Markt muss sich den neuen Herausforderungen an die Funktionale und die IT-Sicherheit stellen.
Klaus Bosch ,
Geschäftsführer TÜV SÜD Rail

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