Die zwei Seiten der Digitalisierung in der Bahnindustrie – Teil 2

Die Digitalisierung der Bahnindustrie wirkt sich auch auf die Sicherheitsanforderungen aus. Wer den Anschluss im neuen Markt nicht verlieren will, muss seine Technologie deutlich weiterentwickeln. Neben dem Topthema Cyberkriminalität stehen schließlich noch weitere Herausforderungen auf dem Programm – darunter kürzere Innovationszyklen, aber auch die Kommunikation zwischen unterschiedlichsten Geräten.

Das digitale Zeitalter ist das Zeitalter der Vernetzung. Maschinen sind inzwischen nicht nur miteinander verbunden, sondern auch mit Menschen. Es entstehen intelligente Netzwerke auf der Basis fünf entscheidender Entwicklungen: Internet of Things, Machine Learning, Industrie 4.0, Virtual Reality und autonome Systeme. Diese Trends lassen sich nur mit einer neuen Art von Sicherheitstechnologie sinnvoll umsetzen.

Standardisierte Kommunikation ist der Schlüssel

Denn eine der wichtigsten Maßnahmen zum Schutz vor Cyberattacken ist, den manuellen Zugriff auf die jeweiligen Systeme zu minimieren – oder gar komplett zu verhindern. Geschlossene Sicherheitssysteme wie die COTS-Steuerungen von HIMA ermöglichen genau das. Sie verwenden ein eigenes Betriebssystem, was Hackern den Zugang enorm erschwert. Außerdem nutzen sie nur jene Funktionen, die für die jeweilige Anwendung unabdingbar sind. Und sie sind technisch von den Prozessleitsystemen getrennt. Das heißt: Selbst, wenn die Kommunikation kompromittiert wird, ist ein sicherer Betrieb nach wie vor gewährleistet.

Die Standardisierung von Kommunikationsschnittstellen könnte die Technologie und die Automatisierung in der Bahnindustrie darüber hinaus enorm voranbringen. Denn mit einer einheitlichen Datenübertragung ließen sich Bahnnetze länderübergreifend oder gar global verbinden. Die Konsolidierung unterschiedlicher Kommunikationsprotokolle ist allerdings teilweise schwierig und aufwendig. Steuerungen sollten daher möglichst so entworfen werden, dass sie die Anforderungen an eine standardisierte, sicherheitsgerichtete Kommunikation vollumfänglich erfüllen.

„Die Standardisierung der Kommunikation und dauerhaft verlässliche Sicherheitskonzepte sind zwei der wichtigsten Herausforderungen der digitalen Zeit.“
Dr. Alexander Horch,
Vice President of Research, Development, and Product Management, HIMA

Innovationszyklen verändern sich

Während der vergangenen zwanzig Jahre hat die Softwareentwicklung extrem schnell Fortschritte gemacht. Eine Folge davon sind erheblich kürzere Innovationszyklen. Während Sicherheitstechnologien langfristig verfügbar sein müssen, so sind Updates doch in kurzen Intervallen notwendig. Moderne Steuerungen müssen daher einfache, schnelle Update-Optionen bieten. Außerdem sollten sie in der Lage sein, Hardware-Funktionen durch Software abzubilden. Ideal ist zudem eine Abwärtskompatibilität, dank der sich im Sinne der Zukunftssicherheit auch ältere Systeme mit neueren kombinieren lassen. Ein modulares Design ermöglicht es, einzelne Funktionsmodule auszutauschen oder komplett neue Funktionen hinzuzufügen – möglichst im laufenden Betrieb.

Klare Strategie für die digitale Zukunft nötig

Egal, ob Standardisierung, der Umzug zentraler Funktionen in die Cloud, autonome Züge oder smarte Lieferketten und Wartungsmodelle: Die Digitalisierung wird grundlegende Neuentwicklungen im Bahnsektor anstoßen. Und es wird sich erst noch zeigen, wer weiterhin voll in der Spur ist für zukünftigen Erfolg.