Die zwei Seiten der Digitalisierung in der Bahnindustrie – Teil 1

Ob am Bahnübergang, am Stellwerk oder gar beim autonomen Zug: Das Potenzial der Digitalisierung in der Bahnindustrie ist riesig – und lässt sich teilweise schon heute nutzen. Der Wandel bringt neben Möglichkeiten aber auch neue Schwierigkeiten mit. Worauf sollte die Branche jetzt achten?

Der Zugverkehr muss effizienter und kostengünstiger werden, will er im Wettbewerb mit Flugzeugen und Autos bestehen. Möglich ist das – beispielsweise durch die Automatisierung von Prozessen oder den Zügen selbst. Während Maßnahmen wie diese den Bahnbetrieb zwar vereinfachen, wirken sie sich doch auch auf die Sicherheit aus. Neue Sicherheitskonzepte sind jetzt gefragt – und Anbieter, die sich wandelnden Technologien im Bahnsektor anpassen können.

Digitalisierung nutzen und Marktanteile sichern

Die Bahnindustrie ist ein recht geschlossener Markt mit hohen Einstiegshürden für neue Wettbewerber. Dennoch spüren die heutigen Akteure einen deutlichen Handlungsdruck, passende Lösungen für das vernetzte Zeitalter zu entwickeln. Tun sie es nicht, könnten vielleicht schon bald Softwareunternehmen das Steuer an sich reißen und wertvolle Marktanteile gewinnen. Eine Herausforderung für etablierte Unternehmen, da ihr Erfolg mehr denn je von ihren Investitionen in Forschung und Entwicklung abhängt. Wer als Sicherheitsanbieter oder Bahnbetreiber jetzt die Weichen richtig stellt, kann die Digitalisierung aber in zahllose Chancen ummünzen: Arbeiten Bahn- und Sicherheitsunternehmen zusammen, können neue Geschäftsmodelle entstehen, die gänzlich neue Märkte erschließen.

„Mit der zunehmenden Digitalisierung im Bahnsektor werden Lösungen auf COTS-Basis und offene Sicherheitstechnologien zur entscheidenden Grundlage für die digitalen Plattformen der Zukunft.“
Reinhold Hundt,
Experte für die Bahnindustrie bei Astran

Eine eindeutige Erfolgsstrategie definieren

Sicherheitsanbieter sind nun der Lage, neue Erlösquellen zu erschließen und zusätzlich den eigentlichen Verlauf der Digitalisierung zu beeinflussen. Dazu müssen sie die wichtigsten Elemente der Transformation strategisch nutzen – also beispielsweise das Internet of Things (IoT) und Machine Learning. Mit ihnen lassen sich neue Lösungen und Systeme entwickeln, die den Anforderungen des digitalen Zeitalters gerecht werden.

Darüber hinaus sind Sicherheitsanbieter nun gefordert, ihre eigenen IT-Kompetenzen auszubauen. Auf diese Weise behalten Sie die Kontrolle über die Lösungsentwicklung, ohne sich von IT-Drittanbietern abhängig zu machen – was kostspielig werden und den eigenen Einfluss schmälern kann. Und schließlich ist eine enge Zusammenarbeit innerhalb der Branche notwendig: Nur gemeinsam lassen sich die Kosten und Risiken in der Lösungsentwicklung minimieren.

Demnächst erscheint Teil 2 der Reihe Die zwei Gesichter der Digitalisierung. Darin erfahren Sie, welche technologischen Fortschritte jetzt notwendig sind, um den digitalisierten Bahnsektor abzusichern.