Mit COTS um die Welt – Etappe 1

Erfolgreiche Commercial-off-the-Shelf-(COTS)-Lösungen sind alles andere als Einzelfälle. Viele Unternehmen haben inzwischen die große Bandbreite an COTS-Anwendungsfällen unter Beweis gestellt – und damit auch die Vorteile der vielseitigen Technologie. Die zeigt ihr Potenzial nämlich längst überall, in Frankreich ebenso wie in Australien. Begleiten Sie uns auf unserer Reise um die Welt!

Grünes Licht für offene Systeme

Unsere erste Etappe führt uns nach Frankreich, genauer: nach Clermont-Ferrand. Systemintegrator Colas Rail hatte hier die Aufgabe, drei neue Bahnhöfe an das Streckennetz der Region anzubinden. In den nach SIL 4 zertifizierten Signaling-Anlagen setzte Colas Rail dabei auf die Sicherheitssteuerung HIMax. Damit war der Systemintegrator der erste in Frankreich, der im Bereich Signaltechnik auf COTS-Systeme setzte. Der Grund dafür: Proprietäre Sicherheitstechnologie ist zu teuer und kann schon nach kurzer Zeit veralten. Noch wichtiger: Colas Rail kann seinen Kunden heute zudem eine offene Lösung für die Absicherung von Stellwerken anbieten. Diese können die Anwendungen einfach nach Bedarf modifizieren.

Ein ähnliches Konzept verfolgt Mobility. Der französische Spezialist für Transportinfrastrukturen hat seine Light Rail Solution (LRS) auf Basis von COTS-Komponenten entwickelt. Sie lässt sich nicht nur leicht an Kundenwünsche anpassen, sondern ist auch einfach zu installieren und spart Platz. Wo die Steuerung der alten Relais-Technologie in einem 50m³ großen Häuschen untergebracht werden musste, kommt die neue Lösung mit 2,4m³ aus, lässt sich also direkt am Bahnsteig installieren. Mobility setzt auf COTS-Technologie sowohl für die Erweiterung der Straßenbahnlinie in Nizza, als auch für die neuen Bahnlinien in Luxemburg.

Auf der Schnellspur in den Markt

Natürlich ist die Signaltechnik nicht der einzige Anwendungsfall für COTS-Produkte. Die deutsche Firma SafeinTrain, spezialisiert auf Software für die Bahnsicherheit und eingebettete Systeme, hat mithilfe von HIMA-COTS-Technologie ein Zugsteuerungs- und Managementsystem entwickelt. Entscheidend war dabei die Time to Market: Trotz enger Deadlines konnte SafeinTrain dank der vorzertifizierten HIMA-Systeme pünktlich abliefern. Der Kunde Solaris Bus & Coach, ein polnischer Straßenbahnhersteller, hat die Sicherheitslösung inzwischen in zahlreichen Bahnen installiert. Sie überwacht die Antriebssysteme und verhindert ein Zurückrollen der Waggons.

Erfolg, der skaliert

Skalierbarkeit ist einer der wichtigsten Treiber von COTS-Komponenten – zumindest für RDCS Informationstechnologie aus Österreich. Der auf die Bahnindustrie spezialisierte Systemintegrator verwendet COTS-Hardware und -Software von HIMA, und zwar in seinen Verkehrsmanagementsystemen sowie in seinem ILOCK-RC-Stellwerksystem. Dank der modularen Architektur kann die Lösung problemlos erweitert werden. Und sie unterstützt die Digitalisierung maßgeblich: Bahnunternehmen können nämlich mithilfe des ILOCK-RC-Systems ihre physischen Stellwerke durch virtuelle ersetzen. Dazu müssen sie nur Glasfaserkabel entlang des Schienennetzes verlegen. Die Steuerungen sind dezentralisiert, alle Funktionen per Software statt per Hardware definiert. Ein Konzept, das bereits erfolgreich in den staatlichen Bahnbetrieben von Kasachstan eingesetzt wird.

Unsere COTS-Reise ist noch nicht zu Ende. Lernen Sie im zweiten Teil weitere erfolgreiche Projekte vom anderen Ende der Welt kennen.