Mit COTS um die Welt – Etappe 2

Im ersten Beitrag dieser Serie haben wir uns auf die Reise begeben – auf der Suche nach einigen der erfolgreichsten COTS-Projekte in der Bahnsicherheit weltweit. Nach unserem Start in Westeuropa reisen wir diesmal weiter nach Osten.

COTS-Steuerungen sind zunehmend die Komponenten der Wahl bei europäischen Systemintegratoren: Lassen sich damit doch flexible, skalierbare Bahnanwendungen in kürzester Zeit entwickeln. Auch die Time to Market ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Technologie. Und damit sind wir schon beim nächsten Zwischenziel unserer Reise durch die COTS-Welt angelangt: Serbien. Hier nämlich schöpft die Staatsbahn die Vorteile von COTS bereits voll aus. Das serbische Unternehmen Signalling & Control hat mithilfe von HIMA-COTS-Komponenten eine elektronische Stellwerkslösung entwickelt, die inzwischen gleich in mehreren Projekten der Železnice Srbije (Serbische Bahn) eine tragende Rolle spielt. Die Skalierbarkeit und die Vorzertifizierung der HIMA-Steuerungen waren hier die entscheidenden Argumente. Denn es kann enorm schwierig und aufwändig werden, ein Sicherheitssystem von Grund auf neu genehmigen zu lassen. Vorzertifizierte COTS-Produkte sind daher vor allem für kleinere Unternehmen eine enorme Hilfe, schließlich können sie damit erheblich Zeit und Geld sparen.

Logistik genau nach Fahrplan

Unser nächster Halt ist Russland. Vielerorts wird das Potenzial der Logistik als COTS-Anwendung unterschätzt – nicht jedoch im größten Land der Welt. Das russische Bahnunternehmen AT TRANS hat hier eine Stellwerkslösung auf Basis von HIMatrix-Steuerungen entwickeln, die neben der Sicherheit auch die Fahrplanung optimiert. Die Controller sind direkt mit den Achszählern verbunden und können so den Standort jedes Zuges in Echtzeit nachverfolgen. Über die reinen Sicherheitsfunktionen hinaus können die Systeme also wertvolle Informationen an die Logistikmanagementsoftware von AT TRANS übermitteln. Damit ist das Unternehmen in der Lage, seine Züge deutlich effizienter einzuplanen.

Hochindividuelle Anforderungen flexibel erfüllen

COTS-Lösungen haben sich übrigens auch am anderen Ende des Erdballs etabliert, wie zahlreiche Projekte in Australien zeigen. Der australische Systemintegrator Rail Control Systems (RCS) beispielsweise hat auf dem gesamten Kontinent mehrere Sicherheitslösungen für Bahnübergänge und Signalanlagen installiert – alle auf Basis von COTS-Steuerungen. Der Hauptvorteil heißt Flexibilität: Da die Funktionsblöcke für die Systeme nur einmal entwickelt, geprüft und genehmigt werden müssen, lassen sich weitere kundenspezifische Funktionen schnell und ohne Zusatzkosten hinzufügen. Das zahlt sich vor allem in einer Region wie Australien aus, wo die Zulassungsverfahren enorm komplex sind.

Man sieht also: Die COTS-Technologie hat ihren Stempel hinterlassen – überall auf der Welt. Sie hilft Unternehmen dabei, Lösungen für die Bahnsicherheit zu einem Bruchteil der Kosten zu entwickeln, die bisher für proprietäre Systeme anfielen. Dabei fängt die Reise für COTS gerade erst an. Man darf gespannt sein, in welche Richtung sich der Trend in den nächsten Jahren entwickeln wird.