Nachhaltige Mobilität: Luxemburg macht’s vor

Laut UN leben im Jahr 2050 zwei Drittel der Menschheit in Städten. Wie lässt sich der Verkehrskollaps in Ballungsräumen verhindern? Die Stadt Luxemburg hat eine bahnbrechende Lösung: Hier fährt in Zukunft die Luxtram – ganz ohne Oberleitungen. Und trotzdem zu 100 Prozent elektrisch. Wie das funktioniert?

Städte müssen für ihre Einwohner als lebenswert gelten. Um sich im Alltag zurechtzufinden, ist die problemlose Fortbewegung in urbanen Zentren Grundvoraussetzung. Deshalb suchen Stadtplaner nach nachhaltigen Mobilitätslösungen – denn den Großteil der Mobilität dem PKW zu überlassen, wäre verheerend im Hinblick auf globale Fragen wie Ressourcen und Klimaschutz. Es gilt also, die größten Herausforderungen zu bewältigen: hohe Luftverschmutzung, chronisch verstopfte Straßen und fehlende öffentliche Verkehrsmittel.

Luxtram: 100 Prozent autark

Das Besondere an der Luxtram: Sie versorgt sich selbst mit der benötigten Energie. Ein Ladekontakt unter dem Fahrzeug an jeder Haltestelle lädt die sogenannten Super-Kondensatoren auf. Es reichen schon 20 Sekunden Ladezeit, um bis zur nächsten Haltestelle zu gelangen. Für das Stadtbild ergibt sich daraus ein großer Vorteil: keine Oberleitungen, die sich unschön durch das Grün der Alleen ziehen. Stattdessen eine Tram, die sich harmonisch in ihre Umgebung einfügt. François Bausch, Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen in Luxemburg, erklärt: „Die Entscheidung für ein bestimmtes Tram-Design muss einer Logik folgen, die technischen Anspruch, Form und Kultur in Einklang mit unserer Transportpolitik bringt.“

Das betrifft nicht nur das Design der Tram: Luxtram setzt bei der Signaltechnik auf moderne COTS-Sicherheitssteuerungen, die direkt an den Gleisen installiert werden. Das platzsparende, offene Safety-System erfüllt die urbanen Anforderungen an den Verkehr. Denn nicht nur die Anzahl der Fahrgäste nimmt zu, auch der Raum ist häufig begrenzt – insbesondere in eng bebauten Stadtteilen. Kompakte Schaltschränke sparen Platz und fügen sich dazu unauffällig in die Architektur der Haltestellen ein.

Dank neuer Technologien kann die Tram ohne Oberleitung fahren. So fügt sie sich perfekt ins Stadtbild ein.
Lydie Polfer,
Bürgermeisterin der Stadt Luxemburg

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Luxemburg setzt auf die Modernisierung öffentlicher Verkehrsmittel

Neue Stadtviertel brauchen auch neue Bus-, Straßen- und U-Bahnlinien, Fahrrad- und Gehwege. Deshalb wurde in Luxemburg die Luxtram nach 50 Jahren wieder ins Leben gerufen. Zwischen 1875 und 1964 verkehrten bereits Straßenbahnen in Luxemburg, die man dann aber stilllegte. Nun hat die Stadt erkannt: Der öffentliche Verkehr macht die Mobilität in Luxemburg nachhaltiger und mobiler. Er sollte gefördert werden.

Der Betreiber Luxtram ist eine Aktiengesellschaft, die das Tramnetz konzipiert und gebaut hat. Die neue Straßenbahn erfüllt auch den multimodalen Anspruch, da an neun Umsteigestationen anschließend mit dem Bus, Fahrrad oder per Carsharing weitergereist werden kann. Außerdem ist geplant, die Park&Ride-Plätze an den Stationen weiter auszubauen.

Luxtram: Zahlen und Fakten
  • Bis 2021 soll die 16 Kilometer lange Strecke mit 24 Haltestellen und neun Umsteigezentren ausgebaut werden.
  • 32 Schienenfahrzeuge sollen die Tramstrecke bei Fertigstellung befahren.
  • Die Luxtram kann um die 10.000 Fahrgäste pro Stunde und Fahrtrichtung befördern.
  • Die Kosten für das Projekt liegen bei rund 565 Millionen Euro.

Lebenswerte Städte schaffen – mit nachhaltigen Mobilitätskonzepten

Für das Großherzogtum Luxemburg steht fest: Die Luxtram bewältigt die Herausforderungen, denen man sich in puncto Mobilität stellen muss. „Viele Länder werden mit Herausforderungen konfrontiert sein, um die Bedürfnisse ihrer wachsenden städtischen Bevölkerung zu decken, unter anderem in den Bereichen Verkehr, Energiesysteme und weiterer Infrastruktur“, sagen die UN voraus. Besonders multimodale Mobilitätskonzepte sind gefragt, um den Verkehr in Großstädten effizienter zu gestalten. Entscheidend ist nicht, womit man unterwegs ist, sondern dass man auf dem effizientesten Weg ans Ziel kommt.

Neue Mobilitätskonzepte müssen auf die Bedürfnisse der Menschen zugeschnitten sein – denn Mobilität schafft Lebensqualität. Urbane Verkehrsinnovationen müssen also weitergedacht und vor allem nachhaltiger, inklusiver und integrierter geplant und umgesetzt werden als bisher.