Safety Lifecycle Management: Wie Anlagenbetreiber ihre Zukunft sichern können

Eine Prozessanlage muss kontinuierlich laufen – und garantiert reibungslos. Nur so funktioniert der Betrieb effizient. Anlagen verändern sich im Laufe der Zeit: Teile werden hinzugefügt, andere modernisiert. Rundum sicher zu bleiben, ist daher eine Heidenarbeit. Dieser Artikel rückt die Herausforderung in den Fokus, Sicherheitseinrichtungen in einer unternehmenskritischen Umgebung immer auf dem neusten Stand zu halten.

Wer die Leistungsfähigkeit eines genehmigungspflichtigen Sicherheitssystems erhalten will, muss enorm viel bedenken. Eine wahre Mammutaufgabe, so scheint es. Zu oft agieren Verantwortliche daher erst dann, wenn tatsächlich ein Problem auftritt. Ein proaktives Management des Anlagen-Lebenszyklus ist notwendig, um unangenehme Überraschungen und hohe Folgekosten zu vermeiden. Dennoch wird es oft vernachlässigt.

Wenn der Betrieb schon ein paar Jahre läuft, haben Anlagenbetreiber über den tatsächlichen Zustand ihrer Einrichtungen oft gar keinen Überblick. Es kommt vor, dass entscheidendes Wissen in den unterschiedlichsten Bereichen fehlt: Dies kann Modifikationen an den Anlagen, den Stand der Dokumentation, oder das Einhalten von Sicherheitsstandards betreffen. Darüber hinaus verändert sich auch die Gefährdungslage: Fragen der Cybersecurity konfrontieren Unternehmen mit neuen, zusätzlichen Herausforderungen. Die Kluft zwischen den Erwartungen, die an die Sicherheitssysteme gestellt werden, und der technischen Realität kann im Laufe eines Safety Lifecycles größer und größer werden. Mit einem Safety Lifecycle Management können Betreiber diese Kluft schließen.

Von 232 erheblichen Risikoverlusten, die von FM Global – ein international agierendes Industriesachversicherungsunternehmen, das auf Eigentumssicherung durch Risikoanalyse und Risikominimierung spezialisiert ist – in 2018 dokumentiert wurden, waren 65 das Ergebnis von Anlagenausfällen. Quelle: FM Global

Konsistenz ist der Schlüssel

Ein Functional Safety Management ist unbedingt notwendig: Nur damit lässt sich gewährleisten, dass eine Anlage langfristig sicher ist und alle erforderlichen Standards einhält. Zu den Bestandteilen eines wirkungsvollen FSM gehören ein Sicherheitsplan, interne Auswertungen, regelmäßige Prüfungen, das Vier-Augen-Prinzip, festgelegte Abläufe, Vorlagen, und Checklisten, um alle erforderlichen Maßnahmen im Sicherheitslebenszyklus einer Anlage auszuführen. FSM hilft dabei, alle Sicherheitsfunktionen während längerer operativer Phasen aufrechtzuerhalten. Die Anlage bleibt auf diese Weise auch in einer Krisensituation einsatzbereit. Zu diesem Zweck werden regelmäßig funktionale Sicherheitsauswertungen (FSA) und Abnahmeprüfungen durchgeführt. Sie sind die Voraussetzung dafür, die Einhaltung der Sicherheitsstandards zu dokumentieren, und künftige Erweiterungen und Modernisierungen zu planen.

Schluss mit Ausfallzeiten

Viele Anlagenbetreiber sind sich unsicher, ob Ersatz- bzw. Austauschteile konstant verfügbar sind. Oft sind schlicht zu wenige Ersatzteile vorrätig oder nicht einmal mehr erhältlich. Das kann ungeplante Ausfälle und hohe Ersatzkosten nach sich ziehen.

Betreiber sollten daher ihre Sicherheitssysteme jährlich auf den Prüfstand stellen. Bei dieser Analyse ist auch die Ersatzteilsituation wichtig. Wo genügt eine Wartung? Sind Upgrades oder komplette Modernisierungen sinnvoll? Die Analyse beantwortet auch solche Fragen.

Smarte Sicherheit: Eine Plattform, die Investitionen schützt

Sicherheitssysteme müssen so lang wie irgend möglich einsetzbar und Ersatzgeräte über viele Jahre hinweg erhältlich sein. Schließlich soll die geschützte Anlage auch in Zukunft produktiv arbeiten.

HIMA stellt sicher, dass Ersatzteile oder kompatible Nachfolgeprodukte für HIMA-Sicherheitssteuerungen mindestens für einen Zeitraum von 25 Jahren verfügbar sind. Dank ihres modularen Designs können sie zudem mit neuen Funktionen ausgestattet werden. Und hier kommt die Smart-Safety-Platform ins Spiel, die auf einheitlichen Hardware- und Software-Lösungen basiert. Erweiterungen, Anpassungen und Modernisierungen sind damit besonders einfach. Auch bereits bestehende Systeme können in die Plattform integriert werden.

Automatisierte Sicherheit gewinnt an Bedeutung

Laut der Norm IEC 61511 Edition 2 müssen Anlagenbetreiber eine Risikobewertung hinsichtlich der IT-Sicherheit (Automation Security) durchführen. Sie soll Schwachstellen identifizieren und ermöglicht die Definition geeigneter Gegenmaßnahmen. Es gilt, potenzielle Gefahrenquellen zu reduzieren oder ganz zu beseitigen. Daher sollte jeder Betreiber seine sicherheitsrelevanten Systeme überprüfen oder prüfen lassen, um die Produktion zukunftssicher zu gestalten.

Safety Lifecycle Services

Jede Phase des Safety-Lifecycles sollte von einem Sicherheitsexperten begleitet werden. Und es ist wichtig, sich frühzeitig um die Instandhaltung der Sicherheitseinrichtung zu kümmern.

Safety Lifecycle Services können zu einer langfristigen Verfügbarkeit der Anlage beitragen. Ein aktives, vorrausschauendes Product-Lifecycle-Management-System überprüft permanent die Anlagenzustände. Dies stellt sicher, dass Bauteile und Systeme während eines geplanten Stillstands oder einer Reparaturphase ersetzt, oder gewartet werden können. Betriebsstörungen lassen sich so vermeiden und kostspielige, ungewollte Ausfälle unterbinden. Die eingangs erwähnte Lücke im Sicherheitsplan können Betreiber so schließen. Gleichzeitig können sie den täglichen Betrieb zuverlässiger, sicherer und profitabler gestalten. Mit dem Fokus auf Smart Safety unterstützt HIMA dabei in allen Phasen.