Sicher in der Krise: So halten Sie den Anlagenbetrieb aufrecht

Die COVID-19-Pandemie wirft für Anlagenbetreiber völlig neue Fragen auf. Wie lassen sich Anlagen weiterbetreiben, wenn nur noch eine Minimalbesetzung vor Ort ist? Was dürfen externe Dienstleister noch? Wie lassen sich Werksabnahmen (FAT) durchführen? Wir erklären, was sich für Unternehmen der Prozessindustrie verändert – und was nicht.

Wie können wir die Verfügbarkeit unserer Anlagen trotz verordneter Kontaktbeschränkungen und drohender Ausgangssperren gewährleisten? Diese Frage stellt sich gerade die gesamte Industrie.

Fakt ist: Selbst mit einer internen Minimalbesetzung lassen sich Anlagen sicher betreiben. Wie viele Mitarbeiter dafür jederzeit vor Ort sein müssen, hängt natürlich von der Größe und Komplexität der Anlage ab. Auch bei vollautomatisierten Anlagen müssen Experten vor Ort sein, die mögliche Prozessabweichungen erkennen und frühzeitig gegensteuern können. Bei Alarmen müssen sie umgehend eingreifen. Sicherheitssteuerungen können eine Anlage im Notfall zwar in einen sicheren Zustand überführen, doch um Folgerisiken und Produktverluste zu vermeiden und ein zeitnahes Wiederanfahren sicherzustellen, braucht es auch hierfür Mitarbeiter.

Servicelevel ohne Einschränkungen

So weit, so klar. Doch was passiert, wenn der Anlagenbetreiber auf externe Hilfe angewiesen ist? Wenn er Support oder Ersatzteile braucht? Hier kommt es auf die Servicebedingungen des Dienstleisters an. Viele Unternehmen der Prozessindustrie betreiben kritische Infrastrukturen – bei einem Ausfall kann es also nicht nur zu finanziellen Problemen, sondern auch zu erheblichen Störungen der öffentlichen Sicherheit kommen. Safety-Dienstleister müssen daher auch in Krisenzeiten den sicheren Betrieb unterstützen. Dazu gehört, schnell Ersatzteile zu beschaffen und durch entsprechende Service- und Supportmaßnahmen etwa Störungen oder ungeplante Stillstände in einem festgelegten Zeitfenster zu beheben.

„Für HIMA ist der Vor-Ort-Support eine gesellschaftliche Pflicht. Wir unterstützen unsere Kunden, soweit es uns im gesetzlichen Rahmen möglich ist.“
Thomas Janzer,
Senior Manager Service Product Portfolio bei HIMA

Von Service bis FAT: Vor Ort und Remote gleichermaßen wichtig

Jeder HIMA-Serviceingenieur ist dazu beispielsweise mit einer Schutzausrüstung ausgestattet, die den Empfehlungen der lokalen Behörden entsprechen. In Deutschland beispielsweise denen des Robert-Koch-Instituts. Insbesondere bei der Arbeit in Risikogebieten sind Quarantänemaßnahmen einzuhalten. Sofern ein Unternehmen den Serviceingenieuren den Zugang zum Werksgelände ermöglicht, ist der Service weiterhin möglich. Das Serviceteam wägt aber genau ab, welche Arbeiten tatsächlich vor Ort notwendig sind und wo eine Unterstützung aus der Ferne – per Remote Monitoring und Remote Maintenance – möglich ist.

Auch für Werksabnahmen, so genannte Factory Acceptance Tests (FAT) sind Remote-Lösungen wichtig. Um diese aber aus der Ferne durchzuführen (Remote-FAT), reicht es nicht, eine einfache Videoverbindung herzustellen: Die Datenübertragung muss den nötigen Standards in puncto Cybersecurity entsprechen. Zusätzlich muss die Dokumentation angepasst werden. Die Anforderungen sind hoch: Nicht jeder Dienstleister ist dazu in der Lage. HIMA hat für funktional und IT-sichere Remote-FATs eine Lösung in Zusammenarbeit mit genua entwickelt.

Mit Bedacht umplanen, was sich umplanen lässt

Viele Unternehmen haben sich der veränderten Situation längst angepasst und ihre Abstellungen und Anlageninbetriebnahmen umgeplant. Das kann schnell in einem „Wartungsstau“ resultieren. Um diesen zu vermeiden, sollten Anlagenbetreiber anstehende Wartungs-, Update- und Modernisierungsmaßnahmen wenn möglich trotzdem vornehmen.

Ohnehin ist ein Umplanen nicht in jedem Fall möglich, allein schon, um Vorgaben an den sicheren Betrieb einzuhalten. So lassen sich wiederkehrende Prüfungen häufig nicht verschieben.

In diesen Fällen kann der Safety-Dienstleister wie gewohnt unterstützen – durch Installationen und Inbetriebnahmen, durch eine vorbeugende Wartung und Fehlerbeseitigung.

Weichen für die Zukunft stellen

Natürlich sorgen sich Unternehmen nicht nur um die Sicherheit ihrer Anlagen, sondern vor allem darum, ob sie weiterhin genug produzieren können. Einige werden mit Auftragsrückgängen zu kämpfen haben und müssen Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Die Situation lässt sich nicht schönreden. Aber frei gewordene Kapazitäten in der Belegschaft lassen sich dennoch zukunftsorientiert nutzen. Es empfiehlt sich beispielsweise, über eine Modernisierung der Sicherheitseinrichtungen nachzudenken – vor allem mit Blick auf einen höheren Automatisierungsgrad und auf sichere Fernzugriffe. Sind die technologischen Möglichkeiten einmal da, lässt sich die Anlagenverfügbarkeit auch in Krisenzeiten leichter gewährleisten.

Wenn Sie sich unsicher sind oder Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Sicherheitsspezialisten. Unsere Supportmitarbeiter sind erreichbar unter: support@hima.com