Von Feuerzeugen und Industrieanlagen: Wie sicher ist sicher?

Rund 70 Prozent der von den USA importierten Feuerzeuge verstoßen gegen die Sicherheitsstandards der American Society for Testing and Materials (ASTM). Das hat bei Einzelhändlern und Verbrauchern eine Debatte entfacht. Verlassen wir uns im Alltag zu häufig blind auf vermeintlich sichere Produkte? Und was ist mit den Bereichen, in denen die wirklich großen Gefahren drohen?

Leicht übersehen wir die Genialität, die im schlichten Design eines gewöhnlichen Feuerzeugs steckt. Es geht uns wie den indigenen Völkern im Amazonasgebiet, die Flugzeuge am Himmel mittlerweile als normal ansehen. Dabei ist ein Gerät, mit dem wir Feuer durch ein Fingerschnippen erzeugen können, doch genauso faszinierend – und manchmal genauso gefährlich.

Eine Sicherheitsdebatte ist entfacht

Allein in der Europäischen Union (EU) verursachen Feuerzeuge fast 30.000 schwere Unfälle pro Jahr. Eine Studie von BIC und The Harris Poll in den USA ergab, dass die Amerikaner bei der Einfuhr gar nicht bemerken, ob importierte Einwegfeuerzeuge von ihren Sicherheitsstandards abweichen oder nicht. Auch in Europa entsprechen 73 Prozent der Feuerzeugmodelle nicht der Sicherheitsnorm DIN EN ISO 9994.

Dennoch gehen täglich riesige Mengen an Feuerzeugen über den Ladentisch. Offenbar sind die Verbraucher ohne darüber nachzudenken davon überzeugt, dass die Produkte ausreichend geprüft und als sicher eingestuft wurden. Ein Trugschluss.

Wären diese Produkte noch auf dem Markt, wenn wir ihre Sicherheit in Frage stellen würden?

Rückrufe sind Alltag

Das Feuerzeug ist nur ein Beispiel von vielen. Wird ein Produkt nach weiteren internen Tests oder Verbraucheranalysen als unsicher eingestuft, ist das Unternehmen gezwungen, den Artikel zurückzurufen, um die Sicherheit der Verbraucher zu gewährleisten.

Rückrufaktionen finden fast jeden Tag statt. Besondere Berühmtheit erlangte ein Fall aus dem Jahr 2006: Der Computerhersteller Dell musste 4,1 Millionen von Sony produzierte Lithium-Ionen-Batterien zurückrufen. Der Grund dafür waren Berichte über Laptops, die aufgrund extrem überhitzter Akkus in Flammen aufgingen.

Normalerweise bringen wir Feuerzeuge oder Laptops nicht mit Sicherheitsrisiken in Verbindung – sofern die Produkte richtig gehandhabt werden. Doch wie sieht es in Industriebereichen aus, in denen noch größere Risiken bestehen? Wie genau nehmen es die Unternehmen dort mit der Sicherheit?

Wie sicher sind industrielle Anlagen?

Extreme Wetterbedingungen können für Anlagen und Mitarbeiter sehr gefährlich werden. Darum kommen einem zuerst Naturkatastrophen in den Sinn, wenn man an Risiken für die Industrie denkt. Tatsächlich jedoch sind diese Ereignisse eher selten. Die meisten Betreiber stellen ohnehin sicher, dass ihre Anlagen ganzjährig vor allen möglichen Risiken geschützt sind. Aber es gibt auch Bereiche, die ihrer Aufmerksamkeit noch zu häufig entgehen.
Ein Beispiel ist Cybersicherheit. Um das obige Beispiel noch einmal aufzugreifen: Wie Feuerzeuge werden auch IT-Sicherheitssysteme häufig für fehlerfrei gehalten. Doch Cyberangriffe nehmen an Komplexität zu. Angesichts der wachsenden Risiken müssen die Unternehmen flexibel bleiben und immer wieder prüfen, ob ihre Sicherheitsmaßnahmen noch ausreichen.

Internationale Normen fordern getrennte Ebenen mit definierten Übergängen, damit Hardware, Betriebssysteme, Netzwerke und technische Komponenten von Betreibern nicht gezielt angegriffen werden können.

Auch sorglose Mitarbeiter können Lücken in die Sicherheitsarchitektur reißen. Es kommt vor, dass Angreifer USB-Sticks mit Malware an auffälligen Orten platzieren. Laden Mitarbeiter die darauf befindlichen Dateien herunter, infizieren sie ihr PC-System. Die Folgen sind oft katastrophal.

Ein weiteres unterschätztes Risiko für Industrieanlagen ist mangelndes Know-how. Kaum jemand beschäftigt sich gerne mit Sicherheitsstandards, doch es ist zwingend erforderlich, dass Mitarbeiter ausreichend geschult sind. Da sich die Vorschriften immer wieder ändern, sind Auffrischungen unerlässlich, um die Belegschaft über mögliche Risiken auf dem neuesten Stand zu halten. HIMA bietet Schulungen und Seminare an, die den Mitarbeitern das nötige Wissen über Planung, Betrieb und Wartung von Industrieanlagen vermitteln.

Manchmal fehlen Anlagenbetreibern die Zeit oder die Ressourcen, um sicherzustellen, dass alle Sicherheitsmaßnahmen ordnungsgemäß funktionieren und den veränderlichen gesetzlichen Normen entsprechen. Sicherheit kennt weder Anfang noch Ende: Sie ist keine einmalige Initiative, sondern ein kontinuierlicher Prozess und sollte niemals einfach vorausgesetzt werden. Deshalb entscheiden sich viele Betreiber für eine Strategie, die einen sicheren Anlagenbetrieb im gesamten Lebenszyklus gewährleistet. Von der Planung und Installation bis hin zum Betrieb und möglichen Modifikationen senken sie mit Safety Lifecycle Services von HIMA das Risiko von Unfällen und unerwarteten Ausfallzeiten deutlich. Und sorgen so dafür, dass Sicherheit niemals „selbstverständlich“ ist.